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Pfad der Stille Schöntal

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Kloster Schöntal, Bild: Touristikgemeinschaft Hohenlohe
Kloster Schöntal, Bild: Touristikgemeinschaft Hohenlohe.

Knittel-Verse vom Abt persönlich


 Beschilderung
Beschilderung.

Infos
START: Parkplatz am Kloster Schöntal.
KARTE: Freizeitkarte F514, Mosbach.
WANDERSTRECKE: 21 km, Wanderzeit 5 Stunden.
EINKEHR: Gastronomie in Kloster Schöntal, Bieringen, Berlichingen, Westernhausen und Sindeldorf.
BESONDERHEITEN: Klosterkirche mit prächtiger Innenausstattung, Neue Abtei mit Treppenhaus im Rokoko-Stil (jetzt Bildungshaus), Grablege des Götz von Berlichingen, Schloss Rossach (nur Außenbesichtigung), Bahrnholzkapelle mit Kreuzweg.
ANSCHLUSSWANDERUNGEN: Hohenloher Runde (Tour 20), Limeswanderweg bei Unterkessach, Klosterwaldweg (ca. 4,5 km, Start am Abzweig K 2331 - Wanderparkplatz
Heilpflanzen- und Kulturlandschaftspfad Aschhausen, 2,5 km, beschildert.
Vier Ergänzungstouren, die Haupttour kann mit dem Rad gefahren werden.

Interaktive Karte zur Tour mit Höhenprofil und GPS-Download


Wandern im „Schönen Tal“, da steht das Kloster Schöntal, geistlicher Mittelpunkt über ein Jahrtausend, ein Zentrum der Kirche, Bildung und Kunst, natürlich im Mittelpunkt.

Die imposante Klosteranlage der ehemaligen Zisterzienserabtei ist eine der schönsten geistlichen Residenzen im Norden Baden-Württembergs. Beeindruckend ist die prächtige barocke Klosterkirche. Von den mittelalterlichen Anlagen sind noch Ringmauern und Ecktürme erhalten. Im Jahre 1157 wurde das Kloster von einem Edelmann namens Wolfram von Bebenburg gestiftet. Er erfüllte damit ein Gelöbnis, nachdem er unversehrt aus dem 2. Kreuzzug zurückgekehrt war. Es gibt Theorien darüber, dass die Urzelle des Klosters in der Wallfahrtskirche Neusaß zu suchen sei. Ein Besuch dort lohnt in jedem Falle.

Seine erste Blüte erlebte das Kloster im 15. Jahrhundert. Die wirtschaftliche und politische Macht wuchs. Doch während der Reformation, dem Bauernkrieg und vor allem während dem Dreißigjährigen Krieg kam es immer wieder zu Plünderungen und Zerstörungen. Unter der 49-jährigen Amtszeit von Abt Benedikt Knittel (1683 – 1732) wurde das barocke Erscheinungsbild des Klosters maßgeblich geprägt. In seiner Amtszeit wurde auch die Heiliggrabkapelle auf dem Kreuzberg geschaffen. Besondere Berühmtheit erlangte Knittel für seine literarische Begabung: Er schuf eine Vielzahl lehrhafter und humorgeprägter Verse auf Lateinisch und Deutsch, die sogenannten „Knittel-Verse“.

Ein weiterer berühmter Mann, der das Gesicht unserer Heimat prägte und mit dem Kloster in enger Beziehung stand, ist der Ritter mit der eisernen Hand, Götz von Berlichingen. Der Überlieferung nach sollen die ersten Mönche die Edlen von Berlichingen gebeten haben, ihnen für den Umzug ihres neu gegründeten Klosters von Neusaß ins „Schöne Tal“ der Jagst Grund und Boden zu überlassen. Als Gegenleistung sollten sie das Recht erhalten, im Kreuzgang ihre Grablege zu errichten. So erklärt sich, warum Götz von Berlichingen, den man nicht gerade als Mann der Kirche bezeichnen kann, im Kloster seine letzte Ruhestätte fand. Johann Wolfgang von Goethe setzte ihm mit seinem Drama 1773 ein literarisches Denkmal.

Nach der Säkularisation 1802 endete nach rund 650 Jahren das Klosterleben in Schöntal. Heute beherbergen die ehemaligen Klostergebäude unter anderem das Bildungshaus der Diözese Rottenburg- Stuttgart, ein Waldschulheim sowie das Rathaus der Gemeinde Schöntal.


 Abt Knittel, Bild: Touristikgemeinschaft Hohenlohe
Abt Knittel, Bild: Touristikgemeinschaft Hohenlohe.

Wegbeschreibung

Wir starten am Kloster Schöntal. In Bieringen auf der K 2323 Richtung Aschhausen, biegen am Ortsausgang gegenüber der Fa. Ziehl-Abegg links in die Weberstraße ein. Immer geradeaus auf dem asphaltierten Fahrweg ca. 2,5 km leicht ansteigend bis zur Kreisstraße K 2346. Wir überqueren diese Straße geradeaus in Richtung Rossach.

An der nächsten Feldwegkreuzung biegen wir rechts ab, leicht ansteigend, bis wir abwärts nach Oberkessach serpentinenartig hinabgehen. Wir biegen auf die K 2321 rechts ein und gehen hinunter ins Ort. Es geht links ab über die Kessachbrücke, vorbei am alten Schul und Rathaus in Richtung Osterburken. Wir gehen nun auf der L 1046 an der Lourdesgrotte vorbei und biegen nach der Rechtskurve links in den Kapellenweg ein. So gelangen wir über den Kreuzweg hoch zur Bahrnholzkapelle. Wir kommen nun kurz auf die L 1046 zurück und biegen dann gleich rechts in die Marienstraße ein. Über die Heidestraße biegen wir in den Angelweg ein und gehen durch das Wohngebiet hinunter zur K 2380, biegen kurz links ab, dann gleich wieder rechts auf den Grünkernradweg. Diesem Weg folgen wir durch die Talaue der Kessach, bis wir in das Waldgebiet „Glasenberg“ einbiegen. Hier passieren wir einen Streckenbereich, an dem sich vor ca. 1700 Jahren ein Wachturm des Limes befand.

Unsere Tour führt durch ein wunderschönes Waldgebiet nach Rossach. Kurz vor dem Ortsausgang geht es links vorbei am Friedhof mit herrlichem Blick auf Schloss Rossach. Nach einem kleinen Stück auf der K 2321 geht es links den Wald hinunter ins Jagsttal. Kurz nach Berlichingen stoßen wir auf den Kocher-Jagst-Radweg, der uns zurück nach Schöntal führt. Der Kocher-Jagst-Radweg zählt zu den beliebtesten touristischen Touren in Baden-Württemberg. Auf insgesamt 332 km erschließt er die beiden Flußtäler.


 Wallfahrtskirche Neusaß, Bild: Gemeinde Schöntal
Wallfahrtskirche Neusaß, Bild: Gemeinde Schöntal.

4 Ergänzungstouren:

 

Tour 1

Entdeckungstour zu barocken Kleinoden

START Klosterkirche Schöntal

WANDERSTRECKE ca. 4,5 km, Gehzeit ca. 1,5 Stunden


Bitte den Weg von Kloster Schöntal über den Kreuzberg nach Neusaß und zurückwandern. Der Weg ist nur einseitig ausgeschildert.

An der Klosterkirche gehen wir durch den Klosterhof und verlassen diesen durch das hintere Tor. Dem geteerten Weg links entlang des Honigbachs bis zur K 2322, diese beim Gästehaus des Bildungshauses überqueren. Weiter geht’s rechts auf dem Gehweg bergan bis zum Wald (kleiner Wanderparkplatz). Hier links abbiegen und den „Mittleren Weg“, dann weiter steil bergan auf einem geteerten Weg bis zum Kreuzberg zur Heiliggrabkapelle. Dem Weg rechts folgen, dann links auf dem Grasweg über den Jugendzeltplatz für ca. 500 m. Ein Fahrweg führt ca. 800 m zur Ortsverbindungsstraße. Hier biegen wir rechts ab und bleiben auf diesem Weg bis zur Wallfahrtskirche Neusaß mit Heiligenbrünnle. An der Wallfahrtskirche Abstieg, vorbei an den Fischteichen, hinunter nach Kloster Schöntal.

 

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 Ruine Storchenturm, Bild: Gemeinde Schöntal
Ruine Storchenturm, Bild: Gemeinde Schöntal.

 

Tour 2

Ritter und Mönche

START Kloster Schöntal, Parkplatz Stationsgebäude

WANDERSTRECKE ca. 12 km, Gehzeit ca. 3 bis 3,5 Stunden

 

Bitte den Weg von Kloster Schöntal über Storchenturm – Berlichingen – Neusaß –Kreuzberg zurück wandern. Der Weg ist nur einseitig ausgeschildert.

Start am Stationsgebäude (ehemals Bahnhof). Wir überqueren die Jagst, biegen am anderen Ufer rechts auf den Parkplatz ein und nehmen dann gleich wieder links den steilen Grasweg bis zum Waldrand (+). Nach links abbiegen und bei einem quer zum Weg verlaufenden Waldpfad auf den Fußweg wechseln, der in einen Forstweg übergeht, auf dem wir die Ruine Storchenturm erreichen. Wir gehen zurück, biegen links ab und folgen dem Panoramaweg nach Berlichingen (Wanderweg Nr. 4). Vorbei an Steinriegeln mit herrlicher Aussicht geht’s Richtung Berlichingen. An der Weggabelung biegen wir links ab. Der Weg führt durch die Schelmenklinge. Nach überqueren der L 1025 weiter auf dem Kocher-Jagst-Radweg nach Berlichingen, hier über die Jagstbrücke bis zur Kirche. Vor der Kirche biegen wir rechts ab und erreichen das Geburtshaus des Götz von Berlichingen. Jetzt folgen wir dem Wanderweg Nr. 7 durch Berlichingen. Weiter geht’s steil bergauf. Oben angekommen rechts abbiegen, etwas geradeaus, dann wieder links zum Steinbruch – ein imposantes Naturspektakel. Weiter auf dem Feldweg – vorbei am Judenfriedhof zurück zum Weiler Ziegelhütte. Nach der Überquerung der Kreisstraße bei der Ziegelhütte in den Fahrweg einbiegen. Dann links, vorbei am Hochbehälter. Jetzt rechts, weiter auf dem Wanderweg Nr. 3, danach links. Über den Tiergarten nach Kloster Schöntal absteigen.

Variante – Falls Sie die Wallfahrtskirche Neusaß besuchen möchten, biegen Sie an der Wegekreuzung rechts ab – siehe Tour 1)

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 Schloss Aschhausen, Bild: Gemeinde Schöntal
Schloss Aschhausen, Bild: Gemeinde Schöntal.

Tour 3

Wanderung durch die Geschichte
Aschhausen - Keltenring

START Aschhausen, Parkplatz historische Pumpstation

WANDERSTRECKE ca. 5 km, ca. 2 Stunden Gehzeit

Anspruchsniveau: mittelschwer bis schwierig, hauptsächlich Naturwege.

Festes Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung erforderlich (Gut geeignet auch für den Winter).
Bitte den Weg von der Pumpstationaus wandern. Der Weg ist nur einseitig ausgeschildert.

Am Parkplatz der Pumpstation in Aschhausen die Kreisstraße K 2323 überqueren und auf geschottertem Weg auf die Höhe hinaus aufsteigen. Oben angekommen biegen wir links ab, bleiben auf dem Fahrweg, der weiter durch den Wald führt. Bevor wir zum Zargenbuckel mit keltischer Ringanlage gelangen, kommen wir an eine Lichtung. Jetzt besteht die Möglichkeit - auf eigene Gefahr - zur Burgruine Urhausen, die unterhalb des Zargenbuckels liegt, abzusteigen. Bestes Wanderschuhwerk ist Pflicht. Von der Burgruine muss auf gleichem Weg wieder aufgestiegen werden.

Weitergeht’s auf Naturwegen zum Keltenring – ein imposantes geschichtliches Erlebnis. Der 133 m lange Wall stammt aus der Urnenfelderzeit. Wir bleiben weiter auf diesem Weg und erreichen bald den höchsten Punkt mit Blick auf das Schloss. Hier biegen wir rechts auf den Fahrweg ein und gehen hinunter zum Ausgangspunkt.

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 Marlach, Bild: Gemeinde Schöntal
Marlach, Bild: Gemeinde Schöntal.

Tour 4

Von Berges Höhen in das Tal der Jagst
Westernhausen - Marlach - Altdorf - Sershof - Westernhausen

START Parkplatz Halle Westernhausen

WANDERSTRECKE ca. 10,5 km, Gehzeit ca. 4,5 Stunden

 

Der Weg ist einseitig ausgeschildert.

Am Parkplatz der Halle Westernhausen gehen wir den Schulweg hoch, biegen in die Bildgartenstraße ein, vorbei an den Aussiedlerhöfen zur Ruine Stein. Oberhalb der Jagstfelsen rechts abbiegen und dem Schotterweg folgen, bis dieser nach rechts weiterführt. Hier biegen wir links in den Wald und wandern durch den Hangwald. Weiter geht’s auf dem Kocher-Jagst-Radweg durch die Keltenstraße nach Marlach. Jetzt links bis zur Kirche St. Georg laufen, dann rechts entlang des Bachs nach Altdorf. Weiter auf dem Radweg nach Sindeldorf. Über den Bach, vorbei an der Kirche Mariä Himmelfahrt und dem Dorfplatz. Die Straße überqueren, der K 2320 in Richtung Forchtenberg folgen. An einer Statue rechts in den Hellerweg einbiegen. Weiter auf dem Weg, der zum Sershof ansteigt, dann links in Richtung Hohe Straße. 200 m vor den Höfen steigen wir rechts nach Westernhausen ab.

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