Grafik
Grafik

Durch Kupfer- und Kochertal

.

Forchtenberg, Bild: Touristikgemeinschaft Hohenlohe
Forchtenberg, Bild: Touristikgemeinschaft Hohenlohe.

Mit Landeskundler Robert Gradmann



.

Infos
START: Am Busbahnhof in der Nähe der Kocherbrücke.
KARTE: L 6722 oder Freizeitkarte F518 und F514.
WANDERSTRECKE: 11 km, Wanderzeit 4 Stunden. Nicht für Kinderwagen geeignet (Treppe zur Ruine)!
EINKEHR: Zahlreiche Gaststätten, Cafés, Weinstube und Biergärten.
BESONDERHEITEN: Altstadt, Stadttor, Ruine, Rathaus, Kern-Museum, Hans- und Sophie Scholl Pfad.
ANSCHLUSSWANDERUNGEN: Tour 6 und 7.
LITERATURHINWEIS: Weitere Infos über Robert Gradmann, DRW-Verlag, ISBN 3-87181-742-2.

Interaktive Karte mit Höhenprofil und GPS-Download

Vom Landpfarrer zum Professor für Geographie und damit zum bedeutendsten Landeskundler des 19. Jahrhunderts. Robert Gradmann, geboren 1865 in Lauffen am Neckar, wirkte von 1891 bis 1901 als Landpfarrer in Forchtenberg.

Hier kam er nicht nur seinen seelsorgerischen Pflichten nach, sondern gründete eine Raiffeisen’sche Darlehenskasse, war für die Fortbildung der Volksschullehrer verantwortlich und arbeitete an seinem in Tübingen während seiner Ausbildung begonnenen Werk „Das Pflanzenleben der Schwäbischen Alb, mit Berücksichtigung der angrenzenden Gebiete Süddeutschlands“.

Eugen Nägele, der damalige Herausgeber der „Blätter des Schwäbischen Albvereins“, hatte ihn einst dazu ermuntert. Dieses umfassende Werk wurde als Dissertation anerkannt und Robert Gradmann wurde mit summa cum laude zum Dr. scientiae naturalis der naturwissenschaftlichen Fakultät promoviert! Hohenlohe wirkt eben vielfältig. Bibliothekar und Privatdozent für Geographie (1901 – 1919) in Tübingen und dann bis 1936 Professor in Erlangen waren seine weiteren Stationen. Kaum eine Landesbeschreibung (das „Königreich Württemberg“, Oberamtsbeschreibungen) kommt seither ohne Gradmann’sche Beschreibung und Gliederung der Landschaft aus.

Auch heute gängige Begriffe in der Ökologie, wie z. B. Bannwälder, Prallhänge und Steppenheide prägte R. Gradmann bereits um 1905.


 Sophie Scholl Rose, Bild: Stadt Forchtenberg
Sophie Scholl Rose, Bild: Stadt Forchtenberg.

Wegbeschreibung

Wir starten beim Parkplatz am Busbahnhof, gehen hinauf zum Würzburger Tor, das Michael Kern 1604 erbaut hat.

Vor dem Stadttor wenden wir uns nach rechts, wandern durch die Posaunengasse zum ehemaligen Backhaus mit seiner schönen Turmuhr. Danach biegen wir links ab, vorbei an einem sehenswürdigen Brunnen. Von hier aus lohnt ein Blick über die schönen Fachwerkhäuser mit ihren Inschriften und Verzierungen. Das Rathaus mit seinen Arkaden wurde 1723 erbaut, im Inneren ist eine Gedenktafel in Erinnerung an die Geschwister Scholl sowie eine Büste von Sophie Scholl aufgestellt bzw. angebracht. Steil geht es von hier aus hinauf zur Michaelskirche und weiter zur Ruine. Vom Turm der Ruine schweift unser Blick weit hinaus aufs Kupfertal und aufs Kochertal. Der gewaltige Gewölbekeller der restaurierten Burganlage ist über 40 m lang.

Wir verlassen das Burggelände an der gegenüber liegenden Seite und wandern nach rechts, immer ansteigend, überqueren die Straße, vorbei geht’s an der Schiedhütte (Grillplatz). Nach 500 m treffen wir auf den Blauen-Punkt-Weg, diesem folgen wir bis Hermersberg, ein ehemaliges Jagdschloss, heute in Privatbesitz. Rechts am Schloss vorbei gehen wir durch das Hofgut Hermersberg, ohne Wegzeichen bis zur Wegegabelung, dort den linken Weg nutzend hinunter zum Zimmerbach und dem Bach folgend ins Kupfertal. Dort treffen wir auf den Rot-Kreuz-Weg, dem wir nach rechts der Kupfer abwärts folgen. Nach 4 Kilometer herrlicher Talwanderung erreichen wir unseren Ausgangspunkt Forchtenberg.

Hier sollte der Gedächtnispfad für Hans und Sophie Scholl („Weiße Rose“) begangen werden. Er führt zu wichtigen Stationen im Leben der beiden NS-Widerstandskämpfer, die in Forchtenberg Teile ihrer Kindheit verbrachten. Ihr Vater war Bürgermeister in dem Kochertalstädtchen. Sophie (1921 in Forchtenberg geboren), ihr Bruder Hans sowie der Freund Christoph Probst wurden wegen einer Flugblattverteilung am 22. Februar 1943 in München durch das Fallbeil hingerichtet.

Die Gedenkstätte Weiße Rose i-punkt informiert im Stadttor über die Familie Scholl in Forchtenberg.