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Weinberge im Herzen Hohenlohe

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Einzellage Schwobajörgle, Weinort Eschelbach. Bild: Touristikgemeinschaft Hohenlohe
Einzellage Schwobajörgle, Weinort Eschelbach. Bild: Touristikgemeinschaft Hohenlohe.

Auf Weizäckers und Goethes Spuren


 Beschilderung
Beschilderung.

Infos
START: Parkplatz Seewiese beim Schloss oder beim Sportplatz
KARTE: Freizeitkarte F518
WANDERSTRECKE: Markierung: Rotes W (Wald- und Weinbergweg) auf weißem Grund. Etwa 3,5 Stunden, ca. 13 km.
EINKEHR: Neuenstein und Obersöllbach.
BESONDERHEITEN: Von Neuenstein bis zum Berghäusle und von Eichberg bis Neuenstein asphaltierte Wege.

Interaktive Karte mit Höhenprofil und GPS-Download

Wie ein großer fruchtbarer Garten liegt Hohenlohe bei dieser Tour dem Wanderer zu Füßen. Ausgangspunkt ist die Stadt Neuenstein, wo die fürstliche Familie zu Hohenlohe-Oehringen ihren Sitz im mächtigen Renaissance-Schloss hat. In diesem imposanten Profanbau befinden sich auch das Hohenlohe-Museum und das Hohenlohe-Zentralarchiv. Das Museum beherbergt wertvolle Sammlungen, unter anderem ein Kunst und Raritätenkabinett der Malerei, der Goldschmiedekunst und der Elfenbeinschnitzerei. Im Kaisersaal befindet sich eine umfangreiche Waffensammlung. Erhalten wurde eine voll funktionsfähige spätmittelalterliche Schlossküche. Wallensteins Hut ist zu bewundern und der mit 190 Gramm angeblich größte Blasenstein der Welt. Bär, Bison & Co. sind in der Jagdtrophäen-Abteilung zu sehen. Sie stammen aus der Hohen Tatra, wo noch heute das stilvolle, aus Holz gebaute Jagdschloss Hohenlohe steht. Das Jagdrevier von Fürst Christian Kraft zu Hohenlohe-Oehringen, des Großonkels des heutigen Fürsten, gilt als die Urzelle des heutigen Nationalparks Hohe Tatra. Von Neuenstein führt ein Wanderweg hinauf in die Weinberge und ins große Waldgebiet zwischen dem Berghäusle und Waldenburg. Von dort bieten sich weite Blicke über die Hohenloher Ebene an, bei klarer Sicht bis in den Odenwald.


 Schloss Neuenstein, Bild: Touristikgemeinschaft Hohenlohe
Schloss Neuenstein, Bild: Touristikgemeinschaft Hohenlohe.

Wegbeschreibung

Wir beginnen die Wanderung auf der Seewiese beim Schloss (W-Markierung) und gehen zu den Sportanlagen. Dem Epbach entlang wird Bernhardsmühle erreicht. Hier, und weiter bachabwärts in Eckartsweiler, lebten im 17. Jahrhundert die Müllersleut Weidsecker, die direkten Vorfahren des Alt-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Die Bernhardsmühle verlassen wir in Richtung Süden und überschreiten die L 1036 in Richtung Obersöllbach. Rechts tut sich das sanfte Söllbachtal auf. Wir wandern Richtung Obersöllbach, dem Wanderzeichen Rotes W auf weißem Grund folgend. Je höher man kommt, um so weiter schaut man auf Hohenlohe hinaus. Fruchtbare Felder und Obstanlagen sowie gepflegte Weinberge sorgen für einen schönen, abwechslungsreichen Panoramablick. Oben am Berghäusle auf dem Pfaffenberg befindet sich eine kleine Waldwiese, die als Festplatz der einheimischen Vereine genutzt wird. Hier hat auch der Neuensteiner Waldkindergarten Eulennest seinen Platz gefunden. Nun führt an der Schranke der Wanderweg eben in den Wald hinein. Zwischendurch erlauben Schneisen einen Blick auf Obersöllbach, Neuenstein und Öhringen. Ihre ruhige Lage und den weiten Ausblick auf Eschelbach und das Hohenloher Land können auch die Leute vom Gehöft Eichberg genießen, das am Waldrand liegt. Der markierte Wanderweg zieht sich durch Weinberge, Obstanlagen und Felder hinab nach Untereppach. Vor dem Ortsanfang links ein Mineralbrunnen. Bald danach fließt der Kesselbach in Richtung Neuenstein und folgt der Gehweg der K 2355 ins nahe Städtle. Neuenstein wird überragt von den Schlosstürmen, der Stadtkirche und dem Bürgerturm. In der Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern befindet sich das malerische Rathaus. Und gleich nebenan weist eine Gedenktafel an einem Haus darauf hin, dass hier Goethes Ururgroßvater Johann Wolfgang Textor 1638 geboren wurde. Unweit davon an der Apotheke in der Hinteren Straße ein anderer Hinweis: „Geburtshaus des Hohenloher Dialektdichters Wilhelm Schrader „Gäwele“ geb. 12. Januar 1847, gestorben zu Ulm 1914“. Seine „Hohenloher Gschichddlich vum alte Gäwele“ sind mit deftigem Humor durchzogen. Der fürstliche Leibjäger und Förster Gäwele hatte im nahen Michelbach am Wald bis hin zu den Wanderwegen auf dieser Tour sein Revier.