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Ein Gipsapostel und ein lachender Philosoph

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Kunst, Korn und Kühe

 


 Beschilderung
Beschilderung.

Infos
START: Auf dem Besucherparkplatz Würth in Gaisbach oder in Kupferzell.
KARTE: Freizeitkarte F518
WANDERSTRECKE: Etwa 4 Stunden, rund 19 km. Auch für Kinderwagen und Rollstuhl geeignet. Anschlusswanderungen möglich ins Kochertal nach Steinkirchen und Forchtenberg. Die Strecke eignet sich auch als Radtour, alle Wege sind asphaltiert.
EINKEHR: Gastronomie in Kupferzell und Imbiss in Gaisbach.
BESONDERHEITEN: Museum Würth in Gaisbach. Schloss Kupferzell war Residenz der Fürsten zu Hohenlohe-Waldenburg- Schillingsfürst. Heute ist es Sitz der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft. Kath. und ev. Kirche in Kupferzell. Gräber von Gipsapostel Mayer und Schriftsteller Carl Julius Weber auf dem Friedhof Kupferzell.

Interaktive Karte mit Höhenprofil und GPS-Download

Hier ist die Kornkammer von Hohenlohe und Baden-Württemberg. Sie hat außer guten Böden und einer qualitativ guten Lebensmittelproduktion noch mehr zu bieten: Vom Museum Würth, einem kulturellen Anziehungspunkt, über eine liebliche, landwirtschaftlich geprägte Landschaft bis hin zu Hohenloher Fürsten und dem „lachenden Philosophen“ Carl Julius Weber spannt sich der Bogen der interessanten Ziele für Reisende und Wanderer. Diese Wandertour beginnt und endet in Gaisbach, das zur Kreisstadt Künzelsau gehört. Hier hat die Würth-Gruppe, eines der größten Handelsunternehmen in Deutschland und ein Weltkonzern, seinen Hauptsitz. Der weltweite Handel mit Befestigungs- und Montagematerial ist das Hauptgeschäft. Unternehmer Reinhold Würth hat aber auch ein Herz für die schönen Künste. Deshalb sind in das Verwaltungsgebäude in Gaisbach zwei selbständige Museen integriert: Das Museum Würth für moderne und zeitgenössische Kunst und das Museum für Schrauben und Gewinde. Zum Jahresprogramm von Würth gehören Musikveranstaltungen unter freiem Himmel. Weit spannt sich der Himmel über Hohenlohe, tritt man hinaus aus der Würth- Welt der Kunst und der technischen Exponate. Dann nämlich, wenn man sich Schritt für Schritt auf den Weg macht durch die umliegenden Felder und über Wiesen, die von Waldparzellen und kleinen Bächen durchzogen sind. Bäuerliche Wohnplätze, Weiler und Dörfer sind in der fruchtbaren Hohenloher Ebene zu finden. Kühe und Pferde weiden. Es wachsen Getreide, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Gemüse. So kommt es nicht von ungefähr, dass im Marktflecken Kupferzell das erste genossenschaftliche Getreidelagerhaus Baden-Württembergs (1897) gebaut wurde. Wilhelm Dutt, der Schultheiß von Kupferzell (1887 bis 1924) war die treibende Kraft. Er gründete in dieser Zeit die erste württembergische Getreideverkaufsgenossenschaft sowie Landwirtschafts- und Gewerbebank. Das Lagerhaus steht heute im Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen, ebenso der frühere Bahnhof. Um die Landwirtschaft verdient gemacht hat sich auch Johann Friedrich Mayer, der im 18. Jahrhundert Pfarrer in Kupferzell war. Er wurde zum landwirtschaftlichen Experten. Unter anderem empfahl er als erster den Bauern die Viehmästung im Stall und die mineralische Düngung, und zwar mit zermahlenem Gipsstein. Das brachte ihm den Ehrentitel Gipsapostel von Kupferzell ein. Er trat auch für eine verbesserte Dreifelderwirtschaft ein. Mayers Grab liegt auf dem Friedhof in Kupferzell. Dort ist auch der „lachende Philosoph“, Hofrat Carl Julius Weber (1767 – 1832), begraben. Sein „Denkmal der Liebe und Dankbarkeit“ steht an der Friedhofsmauer. Weber war ein Polyhistor – ein in vielen Wissensgebieten bewanderter Gelehrter. Ihn nennt man auch den Vorgänger Baedeckers. Er betrieb Reisestudien in ganz Deutschland und schrieb sie in seinen witzigen und geistreichen „Briefen eines durch Deutschland reisenden Deutschen“ nieder.



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Wegbeschreibung

Gegenüber dem Rathaus in Gaisbach dem Radweg (Schild Schiefe Ebene) in die Oberhofer Straße folgen, dann in die Holzäcker und über die K 2374 nach Künsbach auf dem Radweg Schiefe Ebene. In einer Talsenke geht es über den Künsbach und in den Weiler Künsbach hinauf. Nun dem Schild Schiefe Ebene nach Etzlinsweiler und bis Rüblingen folgen. In Rüblingen rechts gehen und die Markierung rotes Kreuz beachten, die den Wanderweg nach Feßbach und Kupferzell anzeigt. Durch Kupferzell dem roten Kreuz folgen und hinaus auf die K 2371, wo auch das Schild Schiefe Ebene (SE) nach Ulrichsberg weist. An Weckhof vorbei, nicht dem roten Kreuz folgen, sondern geradeaus der SE dem Wald zu. Bald sieht man in der Ferne die Gebäude von Würth. Der SE-Weg führt durch den Weiler Unterhof direkt auf Gaisbach zu.