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TIPP:

Die Etappen können Sie auf unserem interaktiven Tourenplaner nachverfolgen, ausdrucken oder per GPS downloaden. Details zu dieser Etappe erfahren Sie hier



Kulturwanderweg Jagst

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Etappe 1: Jagstfeld - Untergriesheim - Neudenau

Von Salzstollen bis Silbersteige – Entdeckungen unter und über der Erde

Tourenlänge: ca. 13 km
Laufdauer: ca. 4 Stunden
Wegecharakteristik: am Anfang durch bebautes Gebiet, später auf befestigten Wegen an der Jagst entlang. Kurzes Stück am Kocher-Jagst Radweg. Ab Untergriesheim Anstieg auf befestigten und unbefestigten Waldwegen.
Besonderheiten: Schachtsee innerorts, offene Tallandschaft, Waldaspekt mit Talausblicken.

Der Einstieg zum Kulturwanderweg an der Mündung der Jagst in den Neckar lohnt immer einen „zweiten Blick“ – auf die Stauferstadt Bad Wimpfen, vor allem aber auf Bad Friedrichshall selbst. Die berühmte Saline des württembergischen Königs Friedrich liegt direkt am Neckar, nur zehn Minuten von Jagstfeld entfernt: Steigen Sie hinab – der Salzstollen im Besucherbergwerk


wird Ihrer Entdeckertour die richtige Würze geben. Die „Burg des Dudo“ (Duttenberg) ist das nächste Ziel – vorbei an vielen Kastanienbäumen mit Blick auf bunte Getreidefelder in der Jagstaue und die Weinberge am Hang. Der frucht bare Lehmboden war sicher ein Grund, dass das Dorf bereits im 8. Jahrhundert erwähnt wird, bestimmt aber viel älter ist.
Vielleicht halten Sie innere Einkehr in der kleinen „Anna-Kapelle“, die seit 1475 dem Heiligen Kreuz geweiht ist.
Jenseits der Jagst sehen Sie Heuchlingen mit seinem ehemaligen Deutschordens-Schloss.
Genießen Sie die Aussicht ins naturschöne Jagsttal und auf Untergriesheim. Auf Ihrer Etappe liegt nach knapp 4 km, unweit des Wanderweges, die Höchstberger Wallfahrtskapelle „Unserer Lieben Frau vom Nussbaum". Sie verlassen den Wald nach dem Neudenauer Kreuzweg mit
Blick auf das im Tal liegende Herbolzheim. Dieses Pfarrdorf begrüßte schon als "Herboldesheim“ im Jahr 965 Kaiser Otto den Großen mit seinen Söhnen. Von der Burg des Heriboldis ist noch ein 30 Meter hoher und sechs Meter dicker Bergfried mit Ringmauer übrig. Man steht dort auf uraltem Siedlungs boden, den schon Kelten, Römer und Germanen betreten haben.
 

 



 

 

 

 

 

 

Es ist nicht nur das „Salz in der Suppe“– es war weißes Gold (und Geld) für die ganze Region. Die Rede ist vom „unermesslichen Reichtum an Stein- und Kochsalz“ (Originalton 19. Jh.) der Königlichen Saline Friedrichshall.

Hier beginnt der Kulturwanderweg an der Jagst. Sie sind an einem der „natürlichsten“ Flüsse des Landes – und zwar im wahren Wort-Sinne ursprünglich und naturnah. Portale nach „innen“ und „außen“, Eingänge in die Erde und Aufstiege in die Höhe charakterisieren diese erste Etappe. Gehen Sie durch den schönen Wege-„Naturtunnel“, nahe beim Kleinwasserkraftwerk an der Jagst (Jagstfeld) – ein kulturhistorisches Denkmal (20. Jh.): Wasserkraft als erneuerbarer Energieträger ist ein Beitrag zum Klimaschutz.


Heuchlingen – ursprünglich Heuchelheim, Heim des Huchilo – lockt im Tal mit der ehemaligen Burg des deutschen Ordens. Sie ist massiv gebaut mit Türmen und Mauern und im inneren Schlosshof steht das alte Schloss mit dem mächtigen, vierstöckigen Hauptgebäude. Doch es sind in Heuchlingen auch Ruinen einer ehemaligen Burganlage und Reste eines römischen Wachtturms zu sehen. Mit einem kleinen Abstecher links vom Wanderweg finden Sie die Wallfahrtskapelle am Höchstberg. Und das ist ihre Marien-Legende: Einst sah ein frommer Schäfer die Mutter gottes mit Jesuskind in einem Nussbaumstehen, die ihm auftrug hier eine Kirche zu bauen. Das Gnadenbild steht heute im Nussbaum.

Tipp:
Ihr Abstieg zur alten Furt durch die Jagst bei Untergriesheim wird belohnt. Hören Sie, was Wasser und Dichter sagen:
„Nur die Stille am Fluß / lehrt dich verstehen / was die Steine murmeln / wenn das Wasser sie streichelt / Geweihter Ort…
Im Rauschen des Wassers / herbeigetragen von den Wellen / aus fernen Tagen hörst du / das Hohngelächter des Götz von Berlichingen / den Fluch des Ritters von Katzenstein / die Litaneien der Mönche von Schöntal / die Trommelwirbel der Landsknechte / die
Seufzer der Hungernden in den Jahren der Not / das Lachen auf den Tanzböden…“