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TIPP:

Die Etappen können Sie auf unserem interaktiven Tourenplaner nachverfolgen, ausdrucken oder per GPS downloaden. Details zu dieser Etappe erfahren Sie hier



 

 

Etappe 7: Hohebach - Mulfingen - Heimhausen

Von Zebus, Ziegen und anderen Bewohnern


Tourenlänge: ca. 14 km
Laufdauer: ca. 4,5 Stunden
Wegecharakteristik: langgezogene Auf- und Abstiege auf befestigten und natürlichen Wegen.


Besonderheiten: schöne Trockenhänge mit attraktiven Steinriegeln und grasenden Weidetieren wie Limpurger Rind, Schafe, Ziegen und Zebus.

Ein kleines Paradies“ sei das Gebiet bis Mulfingen, sagen die Liebhaber der Landschaft – und sie meinen damit vor allem deren besondere Bewohner. Auf Ihrer Tour entlang der Jagst werden Sie Ihnen begegnen: Limpurger Rinder und Schafe, heimische Ziegen und auch exotische Zwerg-Zebus… Dass Sie hier im Bauernland sind, sagen schon die Gewann-Namen: Den „Geißberg“ gibt es gleich zweimal. Der Galgenberg, Mulfingen gegenüber liegend, kündet jedoch von ganz anderen „Tätigkeiten“… Kurz vor Ailringen führt der Weg an einem ehemaligen Kalkofen vorbei; hier wurde Kalk – sog. „Stückkalk“ – zur Weiterverarbeitung für Farben oder Mörtel gebrannt. Schon nach gut zwei Kilometern stehen Sie vor der gotischen Kirche St. Martin in Ailringen. Innen ist sie barockisiert, die spätgotischen Holzskulpturen sind sehenswert. Am besten, Sie wandern mitten durch den Ort, in dem der Fluss jetzt eine Wende nimmt. Schauen Sie sich das Rathaus an; es ist ein Fachwerk-Meisterstück der Renaissance. Und gehen Sie zum Alten Amtshaus der Deutschordensritter (seit 1580) – ebenfalls ein Renaissancebau, in dem Sie übrigens auch „ritterlich“ tafeln können.  

Etwa drei Stunden wandern Sie durch das bäuerliche Paradies an der Jagst – vorbei an Wiesen, Wald und Weiden. Der Marktflecken Mulfingen empfängt Sie mit offenen Armen und großem Angebot: Sie können im Stausee baden oder sich auf dem Taubenmarkt um schauen. Wenn Sie am 26. Juli (im katholischen Kalender der „Annatag“ – auf Original hohenlohisch: „Annedooch“) kommen, können Sie sich der Wallfahrt zur St. Anna-Kapelle anschließen. Und wenn Sie schon hier in Mulfingen sind, dann könnte man ja auch noch auf den Berg steigen (Jagstberg), hoch über den Fluss. Diese vorwitzige „Bergnase war lange Zeit in den Händen tüchtiger Raubritter“, berichtet ein Chronist, „die von hier aus ihr Handwerk, den Straßenraub, lukrativ ausübten“. Was natürlich schon geraume Zeit vorbei ist… Im Besucherzentrum Buchenbach bekommen Sie ab Mitte 2008 neben touristischen Informationen auch die schönsten und wichtigsten Landschaftsräume und deren Entwicklung vermittelt. Oder Sie nehmen das Etappenziel Heimhausen direkt ins Visier, das noch etwa eine knappe Gehstunde flussaufwärts liegt.



Ländliche Leckerbissen und Einkaufen direkt beim Erzeuger

Direkt an der Quelle einkaufen – das kann man hier im bäuerlichen Weideland an der Jagst sehr gut. Die Bauern öffnen ihre Höfe; „Direkt vermarktung“ ist das Zauberwort. Das Limpurger Rind jedenfalls ist in vielen Angeboten enthalten und steht auch auf den Speisekarten der Gaststätten. Doch auch Wasserfreuden erwarten Sie hier in Mulfingen, im Stausee oder an der Jagst. Haben Sie auf die weißen und braunen Kreuze bei der Ailringer Martins kirche geachtet? Weiße Farbe steht für „Unschuld“, braun für „verheiratet“. Weshalb die Pfarrer ebenfalls braune Kreuze erhielten, konnte noch niemand erklären... In der gotischen St. Annakapelle stehen Sie sicher bewundernd vor dem schönen Schrein-Altar (1514). Gehen Sie mit offenen Augen durch das Land: Elementar mutet der Steinriegel an, der hier in Jahrhunderten entstanden ist. Und von allen vierbeinigen „Bewohnern“ ist sicher das asiatische Zwergzebu der auffälligste. Was aber sind Zebus? Sie gehören zu den kleinsten Rinderrassen der Welt. Schon früh haben sich die Rinderrassen getrennt; der Zebu-Buckel unterscheidet sie voneinander.


Und warum Zebus an der Jagst? Sie sind „pflegeleicht” in der Haltung, haben im Vergleich zu heimischen Rindern eine höhere Wärmetoleranz – und sie kalben „leichter“, vor allem aber haben sie – so sagen die Fachleute – eine bessere Futterverwertung. Zebus sind genügsam beim Futter und selbst in harten Wintern können sie auf der Weide bleiben. Die erfolgreiche Aufzucht hat in Dörzbach begonnen – und alle sind zufrieden: die Leute und auch die Landschaft. Noch ein Wort zu den blumenbunten Wiesen: Natur und Weidetiere sorgen dafür, dass dieses „Landschafts-Gemälde“ alle ihre fünf Sinne anregt. Schalten Sie einen Gang herunter – und hören Sie auf die Grillen im Gras. „Gottes-Apotheke“ nannten die Alten diese Naturwiesen. Schließlich schätzte man das Bergheu als Arznei für krankes Vieh; es hatte immer einen besonderen Platz im Stall. Und Heubäder sind ja heute ganz modern….